Am 6.12 war ich zusammen mit Tim und Daniel auf dem Ironwoman Turnier in Münster. Es gab drei Debatten im BP Format mit fünf Minuten Redezeit und einer Person pro Team. Ich wurde dreizehnter von 24.

DH bevorzugt die „neue Unternehmenskultur“

Factsheet:
Neue Unternehmenskultur beschreibt die in einigen modernen Unternehmen vorherrschende Kultur von starker individueller Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Werten und der daraus resultierenden flachen Hierarchie und kooperativen Ergebnisfindung. Ihnen gegenüber steht die klassische Unternehmenskultur, die von starker Arbeitsteilung und steilen Hierarchien geprägt ist.

In dieser Debatte wurde ich als OG dritter, hinter der generell starken Opposition. Problematisch war vor allem, dass ich versucht habe sehr viele (fünf) verschiedene Argumente zu erklären, was aufgrund der Kürze der Zeit (10 Minuten) bedeutete, dass ich keines von Anfang bis Ende durchexerzieren konnte. Idealerweise macht man in der ersten Rede ein (!) Argument richtig, überlegt sich also welches der gefundenen das stärkste ist und erklärt das von Factsheet bis Impact durch (ein sogenannter Case). In der zweiten Rede erklärt man das dann weiter, stopft Lücken die bleiben oder aufgezeigt wurden, rebuttalt die Ideen der Gegenseite und kann eventuell auch noch ein zweites Argument aufnehmen.

Außerdem habe ich sehr wenig anhand des Factsheets gearbeitet und angenommen, dass ich die flachere Hierarchie bereits als Argument für mich verwenden könnte. Hier wäre es aber sinnvoll gewesen zu erklären, wie welche Identifikation zu welchen Hierarchien führt. Insbesondere hätte ich den Antrag besser machen sollen, da das stärkste Argument der Gegenseite am Ende war, dass die neue Kultur doch gar nicht funktionieren würde.

DH glaubt feministische Gruppen und Akteure sollen die Ziele des MRA als unterstützenswert anstatt schädlich charakterisieren

Factsheet:
Die Mens-Rights-Activism-Bewegung vertritt die Auffassung, dass Männer in der modernen Gesellschaft mit unrealistischen sozialen und professionelle Anforderungen und wenig Unterstützung konfrontiert sind. Ziel des MRA ist die Bekämpfung dieser Umstände und ihrer Resultate (z.B. höhere Selbstmordraten, Benachteiligung im Familienrecht, Diskriminierung in der Dating-Kultur). In der Vergangenheit haben sich feministische Gruppen und Akteure wiederholt negativ über MRA geäußert.

Dieser Raum war ziemlich stark und ich war nicht sonderlich überrascht letzter geworden zu sein. Es hat mich gefreut, dass meine Analyse auf der CO als relativ gut gesehen wurde. Gefehlt hatte mir vor allem, dass ich nur einen Widerspruch zu den Idealen der feministischen Bewegung gezeigt hatte und diesen dann nicht mit konkreten Konsequenzen verbunden hatte. Hier hilft es das Thema richtig zu lesen: Wäre das Thema „DH als feministische Gruppe ..“ wäre der konkrete Impact weniger wichtig gewesen. Hier hätte ich auch mehr an die anderen Redner Anschluss finden können.

Weiterhin hätte ich gerade in der zweiten Rede stärker zeigen müssen, warum meine Ideen die Ideen der OO nennenswert erweitern und eine Abwägung zu den realen Vorteilen der CG machen müssen.

DH bevorzugt eine Welt, in der Kinder bei der Geburt aufgegeben und von der Gemeinschaft aufgezogen werden.

In einem relativ schwachen Raum wurde ich auf der OO Erster. Aus einer Mischung aus geschlossener Runde, Zeitmangel und gar nicht so viel falsch gemacht zu haben, habe ich leider sehr wenig Feedback bekommen. Trotzdem glaube ich die Lehren aus den ersten beiden Debatten größtenteils angewendet zu haben. Ich habe in der ersten Rede einen recht guten Case über das Kindeswohl gebaut, dann einen extra Punkt zur Indoktrinierung gebracht, der mir (weil kurz) nicht so recht geglaubt wurde, ich habe in der zweiten Rede zwei wichtige Punkte rebuttalt, eine kurze Abwägung geführt und dann noch einen neuen Punkt gebracht. Wenn ich die Reden nochmal halten müsste, würde ich die neuen Punkte in einem vereinigen und das Rebuttal noch stärker in den Vordergrund rücken.

Allgemeines zur Jurierung

Mir hat vor allem der Stil gefallen, in Reihenfolge der Reden die Hauptargumente der Teams zu nennen und dann zu zeigen, wie diese mit den anderen interagieren und diese schlagen. Dann im Einzelteamfeedback ist es sinnvoll zu sagen, wodurch man jeweils die anderen Teams geschlagen hätte; nicht so sehr anhand von konkreten Argumenten sondern anhand von Techniken und zu zeigenden Fragestellungen.

Die Hauptjuroren waren Ela, Christoph und Marion. Falls etwas von dem obigen unsinnig scheint, habe ich es wahrscheinlich falsch interpretiert oder hinzugefügt.